
Winterkonzert 2027
Sonntag, 24. Januar 2027, 17 Uhr Uhr, Kirche BlumensteinMusiker
Programm
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Luigi Boccherini (1743-1805)
Trio Sonata in g-Moll G.148 No.6- Presto
- Allegro moderato
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Joaquín Turina (1882-1949)
Klaviertrio Nr.2, Op.76- Lento
- Molto vivace: scherzo
- Lento
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Edouard Lalo (1823 - 1892)
Klaviertrio Nr.1 in c-Moll, Op.7- Allegro moderato
- Romance. Andante
- Scherzo. Allegretto
- Finale. Allegro
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Luigi Boccherini (1743-1805)
Trio Sonata in Es-Dur G.145 No.3- Allegro
- Presto
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Maurice Ravel (1875 - 1937)
Klaviertrio in a-Moll- Modéré
- Pantoum. Assez vif
- Passacaille. Très large
- Final. Animé
Die Triosonate ist eine Gattung mit langer Geschichte, und Luigi Boccherini steht an einem ihrer Wendepunkte. Seine frühen Triosonaten, entstanden in den 1760er-Jahren, stehen noch in der Tradition des Barock: zwei Oberstimmen, Bassfundament. Doch Boccherini löst sich bereits vom Generalbassdenken und entwickelt ein dialogisches Geflecht, in dem alle Stimmen gleichberechtigt sind. Sein Hintergrund als Cellist ist dabei spürbar: Das Violoncello gewinnt eine eigene, kantable Stimme, tritt aus der Rolle des blossen Fundaments heraus. Das Winterprogramm nimmt diesen Ausgangspunkt und verfolgt, wohin er führt, durch die Romantik, durch Spanien, bis in die impressionistische Klangwelt des frühen 20. Jahrhunderts.
Die beiden Triosonaten in g-Moll und Es-Dur eröffnen den Abend mit jener empfindsamen Eleganz, die Boccherinis frühe Kammermusik auszeichnet. Die Musik wirkt klar und leicht, doch unter der Oberfläche liegt eine feine Ausdruckstiefe, die den Wandel zur Klassik hörbar macht, ein Hören in die Stille hinein, bevor die Romantik das Wort ergreift.
Édouard Lalos Klaviertrio in c-Moll op. 7 führt die Gattung ins 19. Jahrhundert. Das frühe Werk verbindet klassische Formprinzipien mit einer zunehmend romantischen, expressiven Tonsprache: Die Instrumente entfalten gemeinsam einen dichten, gesanglichen Klangraum. Lalo ist heute vor allem durch sein Cellokonzert bekannt, doch dieses frühe Trio zeigt einen Komponisten, der die intime Kammermusik ebenso beherrschte: emotional unmittelbar, klar in der Anlage, und mit jenem Ausdruckswillen, der die Romantik prägen sollte.
Als Joaquín Turina als junger Komponist in Paris studierte, lud ihn Isaac Albéniz eines Abends in ein Café ein und hielt ihm eine Lektion über Patriotismus: Er solle sich auf die Nationalmusik seines Landes besinnen. Turina nahm den Rat an und kehrte nach Spanien zurück. Sein Klaviertrio Nr. 2 op. 76, entstanden 1933, ist das Ergebnis eines Lebens zwischen Paris und Sevilla: Die Formensprache ist durch sein Studium bei Debussy und Ravel geprägt, das Innere aber ist andalusisch. Der erste Satz folgt dem Sonatenprinzip, der zweite ist ein dichtes, von prickelnden Tanzrhythmen durchzogenes Scherzo, und das Finale entfaltet sich als Rondo von majestätischer Landschaftlichkeit, mit all der Poesie und dem Duft grosser spanischer Musik. Im letzten Abschnitt blickt Turina zyklisch zurück und ruft alle Themen der vorangegangenen Sätze noch einmal auf, bevor das Werk in einem strahlenden Finale endet.
Maurice Ravel soll das Hauptthema seines Klaviertrios in a-Moll beim Beobachten von Glacéverkäufern gefunden haben, die auf dem Marktplatz von Saint-Jean-de-Luz einen Fandango tanzten. Im Sommer 1914 arbeitete er in diesem baskischen Küstenort, als der Erste Weltkrieg ausbrach. Was folgte, beschrieb er selbst in einem Brief an Igor Strawinsky: «Der Gedanke, dass ich sofort aufbrechen würde, liess mich fünf Monate Arbeit in fünf Wochen erledigen.» Ravel wollte unbedingt an die Front und vollendete das Trio in einem Zustand, den er als «Sicherheit und Klarheit eines Wahnsinnigen» beschrieb. Die Musik verrät davon nichts: vier Sätze von betörender Farbigkeit, rhythmischer Raffinesse und einer nahezu orchestralen Klangsprache, die das Klaviertrio an seine äussersten Möglichkeiten führt. Ein Abschluss, der nachhallt.