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Frühlingskonzert 2016

Sonntag, 24. April 2016, 17 Uhr, Kirche Blumenstein
Das Frühlingskonzert eröffnet mit drei romantischen Werken diese Saison. Sie hören die frühe, erst vor kurzem wieder entdeckte Cellosonate von Zemlinsky und das im selben Jahr geschriebene Streich Quartett mit zwei Violoncelli von Arensky. Das wunderschöne Klavierquartett von Schumann rundet den Frühlingsabend ab.

Programm

Alexander Zemlinsky (1871 - 1942)
Sonate für Cello und Klavier in a-Moll
  1. Mit Leidenschaft: Allegro
  2. Andante
  3. Allegretto
Anton Arensky (1861 - 1906)
Streichquartett in a-Moll, Op. 35
  1. Moderato
  2. Variationen über ein Thema von Tchaikovsky
  3. Finale
Robert Schumann (1810 – 1856)
Klavierquartett in Es-Dur, Op. 47
  1. Sostenuto assai - Allegro ma non troppo
  2. Scherzo. Molto vivace
  3. Andante cantabile
  4. Finale. Vivace

Alexander Zemlinsky Sonate für Cello und Klavier in a-Moll
Zu Beginn der 1890er Jahre studierte Zemlinsky am Wiener Konservatorium. Dort lernte er den Cellisten Friedrich Buxbaum kennen, welchem er 1891 eine Folge von „Drei Stücken für Violoncello“ widmete. 1893 traten Zemlinsky und Buxbaum dem Wiener Tonkünstlerverein bei. Sein Debüt sowohl als Komponist wie auch als ausübender Musiker machte Zemlinsky mit seinem Klavierquartett in D-Dur. Am 23. April 1893 spielten Zemlinsky und Buxbaum  die Uraufführung der ihm gewidmeten Cello Sonate. Als F. Buxbaum 1948 nach einem Herzinfarkt starb, blieb der Autograph in der Familie und die Cellosonate wurde vergessen. Dreissig Jahre später vertraute Martin Buxbaum den Autographen seines Grossvaters leihweise dem Publizisten Fritz Spiegl an. Das Manuskript wurde erst 2005 nach Spiegls Tod wieder entdeckt. Von dem Moment an bemühte sich der von Zemlinskys Frau gegründete Alexander Zemlinsky Fonds in Wien der lang vermissten Cellosonate endlich den Weg ins Repertoire zu öffnen. Die Wiedererscheinung der Cellosonate hat viel dazu beigetragen das Bild über Zemlinskys frühe Schaffensjahre zu ergänzen und das Werk ist dazu eine bezeichnende und wertvolle Komposition.

Anton Arensky Streichquartett in a-Moll Op.35
Ermutigt durch seine Mutter, die eine ausgezeichnete Pianistin war, begann Arensky bereits im Alter von neun Jahren mit dem Komponieren. Nachdem er bei Nikolai Rimsky-Korsakov am St-Petersburger Konservatorium studiert hatte, erhielt er 1882 eine Professur für Harmonielehre am Konservatorium von Moskau, wo sein neuer Freund und Mentor Peter Tschaikowsky einen unverkennbaren Einfluss auf seine musikalische Sprache ausübte. Im russischen Musikleben seiner Zeit nahm Arensky eine zentrale Position als Pädagoge ein, zu seinen Schülern gehörten u.a. Sergei Rachmaninov und Alexander Skrjabin.

Sein 1894 geschriebenes zweites Streichquartett bezeichnete er als „eine Erinnerung an Peter Tschaikowsky“, welcher ein Jahr zuvor verstarb. Die ungewöhnliche Besetzung mit einem zweiten Violoncello anstelle der zweiten Geige trägt erheblich zu der dunklen, elegischen Erscheinung des Werkes bei. Arensky hat später den zweiten Satz mit den Variationen über ein Thema von Tschaikowsky für Streichorchester arrangiert, womit ihm sein populärstes Werk gelang. Arensky machte eine besondere Verwendung des Zitats im Finale: Das Eröffnungsthema aus einer russischen Trauermesse wird von einem feierlichen Volkslied abgelöst. Bereits Beethoven und Mussorgski verwendeten dieses Thema, welches mit der Krönung und der Majestät des Zaren assoziiert wird. Für Timothy Boulton krönt Arensky mit der Verwendung dieses Zitats, Tchaikowsky als den „Musikzar“ und erweist ihm damit seine grösste Hochhaltung.

Robert Schumann Klavierquartett in Es-Dur Op. 47
Im Jahr 1842 umfasste Schumanns Werkkatalog mit Ausnahme von seiner ersten Symphonie ausschliesslich Klavierwerke und Lieder, darauf unternahm er eine lange Erforschung der Gattung Kammermusik.

Claus-Christian Schuster schrieb, mit welcher Systematik Schumann eine Aufgabe nach der anderen in Angriff nahm: „Die in den drei Felix Mendelssohn gewidmeten Streichquartetten gewonnenen Erfahrungen werden sogleich auf ein Werk angewendet, in dem er dem Streichquartett das Klavier gegenüberstellen kann. Und schon eine Woche nach der Vollendung des Klavierquintetts Op.44 finden wir ihn über einem neuen Werk: Mit der Komposition eines Klavierquartetts beschreitet er den Weg einer stufenweise Reduktion, der ihn über die Klaviertrios bis zu den drei Violinsonaten seiner letzten Schaffensjahre führen wird.“
Das Klavierquartett Op. 47 zeigt eine stärkere Gleichberechtigung der Instrumente als das Quintett Op. 44 und spricht eine kammermusikalischere, feinsinnigere Sprache. Die vier Sätze des Klavierquartetts sind in sich und untereinander thematisch eng verwoben.